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Mit Kindern reden ist wichtig

Der zweieinhalbjährige Henry geht mit seiner Mutter einkaufen und bekommt ein Brötchen. Die Papiertüte lässt er auf die Straße fallen. Wenn er Glück hat, sagt seine Mutter: “Wirf die Tüte bitte in den Eimer!” Wenn er Pech hat, beschwört Mama die Klimakatastrophe: “Stell dir mal vor, das würden alle machen, dann wäre unsere Erde ja total verschmutzt. Dann gibt es keine Pflanzen mehr, und wir haben keine Luft mehr zum Atmen…”

Auch wenn Eltern, die sich so verhalten, es gut meinen – es ist des Guten zuviel, berichtet der Erziehungsexperte Hans Berwanger in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift ELTERN. Denn kleine Kinder sind mit dem Erklärungszwang ihrer Eltern völlig überfordert. “Ununterbrochen reden Eltern im Erziehungsalltag auf ihre Kinder ein”, sagt Berwanger. “Aber der Wortschwall führt zu keinem Verständnis. Im Gegenteil: Er langweilt die Kinder und löst Konflikte aus!”

Stattdessen fordert der Experte Eltern auf, immer öfter einfach mal ruhig zu sein. Berwanger rät zu kurzen und klaren Ansagen, die den Kindern die Entschiedenheit vermitteln, die sie brauchen, um darin Halt und Geborgenheit zu finden. Also lieber freundlich und mit fester Stimme sagen: “Henry, zieh dir Schuhe und Strümpfe an” als “Henry, bist du so lieb und ziehst dir schon mal ganz alleine deine Strümpfe und Schuhe an? Ich kann dir leider nicht helfen, weil ich noch dein Butterbrot schmieren muss.”

Berwanger in ELTERN: “Kleinkinder brauchen noch gar keine Erklärungen, wenn Eltern etwas von ihnen wollen – weil sie die schlicht nicht verstehen. Im Kindergartenalter reicht eine Erklärung. Je älter die Kinder werden, umso mehr Gründe fordern sie für Entscheidungen ein. Und die sollten sie dann auch bekommen.”

Quelle: Zeitschrift Eltern / Gruner + Jahr

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