Kinder mit Neurodermitis richtig mit Kortison-Cremes behandeln

Etwa 20 Prozent der Kinder leiden in den ersten beiden Lebensjahren an Neurodermitis. Cremes und Salben können das Hautbild schnell bessern – aber nur, wenn die Grundlagen der Arznei- und Pflegemittel zum Hautzustand passen, so Dr. Christiane Eckert-Lill, Geschäftsführerin Pharmazie der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände bei einem internationalem Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer.

Verordnet der Kinderarzt zum Beispiel bei einer akuten Neurodermitis eine Kortison-haltige Creme, sollte diese nur einmal täglich aufgetragen werden. Die Besserung tritt sehr schnell ein, allerdings müssen Kratzspuren erst langsam abheilen. Das Kortison wird nach etwa einer Woche wieder stufenweise abgesetzt. An den Kortison-freien Tagen sollten Eltern die Haut ihres Kindes mit einer wirkstofffreien Basispflege eincremen, die auf den Hautzustand abgestimmt ist.

Eckert-Lill: „Viele Eltern haben Angst vor Kortison – das ist bei einer fachgerechten Anwendung unbegründet.“ Bestimmte Steroide können zeitlich befristet auch bei Kindern eingesetzt werden. Allerdings sollte eine Infektion ausgeschlossen sein. Kortison-Cremes gehören auch nicht in den Windelbereich. Für die Behandlung einer chronischen Neurodermitis eignen sich fettreiche Salben besser als eher wässrige Cremes.

Neurodermitis geht immer mit Juckreiz einher. „Wenn Eltern ihr Kind ermahnen, nicht zu kratzen, nutzt das überhaupt nichts“, so Eckert-Lill „Lieber die Haut kühlen und das Kind ablenken, etwa durch ein paar Murmeln in der Hand. Auch das Streicheln oder Zupfen an der Haut lindert den Juckreiz.“

Quelle: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände