Wie viel Taschengeld ist für ein sechsjähriges Kind angemessen? Und wie viel sollten Jugendliche bekommen? Eine Taschengeldtabelle bietet Eltern eine gute Orientierung. Entscheidend ist aber nicht nur die Höhe. Durch regelmäßiges Taschengeld können Kinder lernen, Geld einzuteilen, für Wünsche zu sparen und eigene Kaufentscheidungen zu treffen.
Wie hoch das Taschengeld ausfällt, hängt neben dem Alter auch von der finanziellen Situation der Familie ab. Wichtig sind vor allem klare Regeln und eine regelmäßige Auszahlung.
Warum ist Taschengeld für Kinder sinnvoll?
Der Umgang mit Geld will gelernt sein. Mit eigenem Taschengeld können Kinder erste Erfahrungen sammeln, ohne dass große finanzielle Folgen entstehen.
Sie lernen beispielsweise, dass Geld begrenzt ist. Wer heute alles ausgibt, kann sich morgen vielleicht nichts mehr kaufen. Gleichzeitig erleben Kinder, dass sich Sparen lohnt, wenn sie einen größeren Wunsch haben.
Taschengeld fördert damit wichtige Fähigkeiten:
- Geld einteilen und Ausgaben planen
- Preise vergleichen
- zwischen spontanen Wünschen und wichtigen Anschaffungen unterscheiden
- auf größere Wünsche sparen
- eigene Entscheidungen treffen
- aus Fehlentscheidungen lernen
Eltern müssen dabei nicht jeden Einkauf kommentieren. Gerade kleinere Fehlentscheidungen gehören zum Lernprozess.

Taschengeldtabelle 2026: Wie viel Taschengeld ist angemessen?
Die folgende Taschengeldtabelle 2026 bietet eine Orientierung für die Höhe des Taschengeldes:
| Alter des Kindes | Empfohlenes Taschengeld |
|---|---|
| unter 6 Jahre | 1,00–2,00 Euro pro Woche |
| 6 Jahre | 2,00–2,50 Euro pro Woche |
| 7 Jahre | 2,50–3,00 Euro pro Woche |
| 8 Jahre | 3,00–3,50 Euro pro Woche |
| 9 Jahre | 3,50–4,00 Euro pro Woche |
| 10 Jahre | 20,00–22,50 Euro pro Monat |
| 11 Jahre | 22,50–25,00 Euro pro Monat |
| 12 Jahre | 25,00–27,50 Euro pro Monat |
| 13 Jahre | 27,50–30,00 Euro pro Monat |
| 14 Jahre | 30,00–40,00 Euro pro Monat |
| 15 Jahre | 40,00–50,00 Euro pro Monat |
| 16 Jahre | 50,00–60,00 Euro pro Monat |
| 17 Jahre | 60,00–70,00 Euro pro Monat |
| ab 18 Jahre | 70,00–80,00 Euro pro Monat |
Die Beträge sind Richtwerte und keine verbindlichen Vorgaben. Eltern können die Höhe an ihre finanzielle Situation und die individuellen Umstände anpassen.
Wichtiger als ein bestimmter Eurobetrag ist, dass Kinder wissen, wie viel Geld sie regelmäßig erhalten und welche Ausgaben sie davon selbst übernehmen sollen.
Gibt es eine Pflicht, Kindern Taschengeld zu zahlen?
Nein. Eltern sind gesetzlich nicht verpflichtet, ihren Kindern Taschengeld zu geben. Es besteht somit auch kein Anspruch auf eine bestimmte Höhe.
Taschengeld ist dennoch eine gute Möglichkeit, Kindern den Umgang mit Geld beizubringen. Schon kleine Beträge reichen aus, damit ein Kind erste eigene Entscheidungen treffen kann.
Wenn das Familienbudget nur wenig Spielraum lässt, müssen Eltern deshalb kein schlechtes Gewissen haben. Ein kleiner, verlässlich gezahlter Betrag kann den gleichen Lerneffekt haben wie ein höheres Taschengeld.
Ab welchem Alter ist Taschengeld sinnvoll?
Ein festes Mindestalter gibt es nicht. Taschengeld wird meist dann sinnvoll, wenn ein Kind beginnt, den Wert von Geld zu verstehen und kleinere Beträge selbst ausgeben möchte.
Bei Vorschulkindern können bereits kleine wöchentliche Beträge ausreichen. Das Kind kann beispielsweise entscheiden, ob es das Geld sofort für eine Kleinigkeit ausgibt oder mehrere Wochen für einen Wunsch spart.
Mit zunehmendem Alter werden die Beträge größer und die Abstände zwischen den Zahlungen länger.
Taschengeld wöchentlich oder monatlich auszahlen?
Jüngere Kinder können längere Zeiträume noch schwer überblicken. Deshalb eignet sich zunächst eine wöchentliche Auszahlung.
Ab etwa zehn Jahren kann das Taschengeld monatlich ausgezahlt werden. Dadurch müssen Kinder lernen, einen größeren Betrag über mehrere Wochen einzuteilen.
Eine einfache Orientierung ist:
Bis 9 Jahre: wöchentlich zahlen
Ab 10 Jahren: monatlich zahlen
Am besten erfolgt die Auszahlung regelmäßig zu einem vereinbarten Zeitpunkt. Das schafft Verlässlichkeit und erleichtert die Planung.
Was sollten Kinder vom Taschengeld bezahlen?
Taschengeld sollte grundsätzlich für persönliche Wünsche gedacht sein. Dazu können je nach Alter beispielsweise Süßigkeiten, Zeitschriften, kleine Spielsachen, Sammelkarten, Apps oder andere Freizeitwünsche gehören.
Notwendige Ausgaben sollten Eltern dagegen weiterhin übernehmen. Dazu zählen beispielsweise:
- grundlegende Kleidung und Schuhe
- Schulmaterial
- notwendige Fahrkarten
- Verpflegung
- Medikamente und Gesundheitskosten
- notwendige Anschaffungen für Schule oder Ausbildung
Bei Jugendlichen können Eltern nach und nach weitere Ausgaben übertragen. Dann sollte allerdings zusätzlich zum normalen Taschengeld ein entsprechendes Budget vereinbart werden.
Wichtig ist eine klare Trennung: Ein Jugendlicher sollte wissen, welches Geld frei verfügbar ist und welches für bestimmte notwendige Ausgaben vorgesehen ist.

Dürfen Kinder ihr Taschengeld frei ausgeben?
Grundsätzlich sollten Kinder selbst entscheiden dürfen, was sie mit ihrem Taschengeld machen. Genau darin liegt ein wichtiger Teil des Lerneffekts.
Kauft sich ein Kind gleich nach der Auszahlung etwas und stellt wenige Tage später fest, dass kein Geld mehr vorhanden ist, ist das zunächst kein Grund für Eltern einzugreifen. Die Erfahrung zeigt unmittelbar, warum Geld eingeteilt werden muss.
Eltern können Fragen stellen und bei größeren Entscheidungen beraten. Sie sollten aber nicht jeden Kauf bewerten oder verhindern, nur weil sie selbst das Geld anders ausgegeben hätten.
Grenzen gelten selbstverständlich dort, wo ein Kauf nicht altersgerecht, gesetzlich verboten oder gefährlich ist.
Sollten Eltern zusätzliches Geld geben, wenn das Taschengeld aufgebraucht ist?
Im Normalfall nicht. Regelmäßiges Nachzahlen nimmt dem Taschengeld einen wichtigen Teil seines Lerneffekts.
Hat ein Kind sein gesamtes Geld ausgegeben, muss es normalerweise bis zur nächsten Auszahlung warten. Eltern können gemeinsam besprechen, warum das Geld nicht gereicht hat und wie es beim nächsten Mal besser eingeteilt werden könnte.
Dabei sollte es nicht darum gehen, das Kind für eine schlechte Entscheidung zu bestrafen. Entscheidend ist, dass es die Folgen seiner eigenen Kaufentscheidung erlebt.
Ausnahmen sind natürlich möglich. Notwendige Ausgaben für Schule, Gesundheit oder andere grundlegende Bedürfnisse sollten nicht davon abhängen, ob noch Taschengeld vorhanden ist.
Taschengeld als Belohnung oder Strafe?
Taschengeld sollte möglichst regelmäßig und unabhängig vom Verhalten des Kindes ausgezahlt werden.
Wer Taschengeld ständig für gute Noten erhöht oder bei Streit und schlechten Noten kürzt, macht es zu einem Erziehungsmittel. Dadurch geht ein Teil seines eigentlichen Zwecks verloren: Kinder sollen lernen, mit einem festen und planbaren Betrag umzugehen.
Das bedeutet nicht, dass Kinder niemals zusätzlich Geld verdienen dürfen. Für besondere Aufgaben, die über die normalen Pflichten im Familienalltag hinausgehen, kann eine zusätzliche Vergütung vereinbart werden.
Normale Aufgaben wie das eigene Zimmer aufzuräumen oder beim Tischdecken zu helfen, müssen dagegen nicht automatisch bezahlt werden.
Was tun, wenn Geschwister unterschiedlich viel Taschengeld bekommen?
Unterschiedliche Beträge sind bei verschieden alten Geschwistern völlig normal. Ein Jugendlicher hat andere Bedürfnisse und kann mit Geld anders umgehen als ein Grundschulkind.
Eltern sollten die Unterschiede erklären und möglichst nachvollziehbare Regeln verwenden. Eine altersabhängige Taschengeldtabelle kann dabei helfen.
Bei gleichaltrigen Geschwistern sollte der Grundbetrag dagegen möglichst vergleichbar sein. Persönliches Verhalten oder schulische Leistungen sind keine guten Kriterien für unterschiedliche Taschengeldhöhen.
Bargeld oder Taschengeld aufs Konto?
Für jüngere Kinder ist Bargeld häufig leichter verständlich. Münzen und Scheine machen sichtbar, wie viel Geld noch vorhanden ist. Beim Bezahlen erleben Kinder unmittelbar, dass sich ihr verfügbarer Betrag verringert.
Bei älteren Kindern und Jugendlichen gehört digitales Bezahlen zunehmend zum Alltag. Ein eigenes Kinder- oder Jugendkonto kann deshalb ein weiterer Schritt beim Umgang mit Geld sein.
Dabei sollten Jugendliche lernen, ihren Kontostand regelmäßig zu prüfen und digitale Ausgaben genauso ernst zu nehmen wie Bargeld. Besonders kleine Onlinekäufe können sich schnell summieren.
Eine Kombination ist ebenfalls möglich: Ein Teil des Taschengeldes bleibt bar verfügbar, während ein anderer Teil auf dem Konto liegt.
Taschengeld erhöhen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Eltern können die Höhe regelmäßig überprüfen. Der Geburtstag bietet sich beispielsweise als fester Zeitpunkt für eine Anpassung an die nächste Altersstufe an.
Auch wenn sich die Aufgaben ändern, die ein Jugendlicher von seinem eigenen Geld übernehmen soll, kann eine Anpassung notwendig sein.
Vor einer Erhöhung sollte deshalb geklärt werden:
- Wie viel Taschengeld bekommt das Kind bisher?
- Welche Ausgaben bezahlt es davon selbst?
- Welche neuen Ausgaben kommen hinzu?
- Passt der Betrag noch zum Alter?
- Was kann sich die Familie dauerhaft leisten?
Eine Erhöhung sollte möglichst dauerhaft tragbar sein. Ein verlässlicher Betrag ist sinnvoller als ein hohes Taschengeld, das regelmäßig gekürzt werden muss.
Taschengeld soll den Umgang mit Geld trainieren
Eine Taschengeldtabelle gibt Eltern einen Anhaltspunkt, wie viel Taschengeld in welchem Alter angemessen sein kann. Die genaue Summe ist jedoch weniger wichtig als der richtige Umgang damit.
Kinder brauchen einen verlässlichen Betrag und ausreichend Freiheit für eigene Entscheidungen. Dazu gehört auch, dass sie Geld einmal unüberlegt ausgeben oder länger auf einen Wunsch sparen müssen.
Mit zunehmendem Alter können Eltern mehr Verantwortung übertragen. Aus wenigen Euro in der Woche wird so Schritt für Schritt ein eigenes kleines Budget, das Kinder auf den selbstständigen Umgang mit Geld vorbereitet.







