Viele Eltern kennen das: Ausgerechnet am Wochenende oder im Urlaub bekommt das Kinder Fieber und Schmerzen. Kinder leiden viel häufiger an Fieber als Erwachsene. Die Ursache für die plötzliche Erkrankung ist für die Eltern auf den ersten Blick oft nicht erkennbar. Eine Viruserkrankung, der Zahnwechsel, ein Wachstumsschub oder einfach schlechtes Wetter – die möglichen Gründe und Ursachen können sehr vielfältig sein.
Warum Kinder so häufig Fieber bekommen
Wenn Kinder fiebern, schrillen bei vielen Eltern sofort die Alarmglocken. Doch in den meisten Fällen ist Fieber kein Grund zur Sorge – sondern ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem arbeitet.
Gerade bei Kleinkindern kommt Fieber deutlich häufiger vor als bei Erwachsenen. Der Grund: Ihr Körper trifft ständig auf neue Krankheitserreger. Jeder dieser Kontakte ist eine kleine Trainingsrunde für das kindliche Immunsystem – und Fieber ein ganz natürlicher Teil davon.
Erste Anzeichen erkennen: Wenn Kinder „krank wirken“
Viele Eltern spüren es schon, bevor das Thermometer anschlägt: Irgendetwas ist anders. Das Kind ist quengeliger als sonst, wirkt blass, hat kalte Hände und Füße, schläft plötzlich viel oder verliert den Appetit.
Auch Frösteln oder ein heißes, rotes Gesicht können erste Hinweise auf einen Fieberschub sein. In solchen Momenten ist es hilfreich, regelmäßig die Körpertemperatur zu kontrollieren – besonders, wenn das Kind ungewöhnlich schläfrig oder weinerlich ist.

Fieber entsteht, wenn das Gehirn die Körpertemperatur bewusst erhöht. Der Körper „heizt sich auf“, um Viren und Bakterien das Leben schwer zu machen. Für den kleinen Organismus ist das anstrengend – aber auch sinnvoll.
Richtig Fieber bei Kindern messen
Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind fiebert, messen Sie bitte umgehend die Körpertemperatur. Ein Kind mit 39 °C kann dabei noch quietschfidel sein – ein anderes liegt mit 38,2 °C völlig schlapp im Bett. Die Reaktion auf Fieber ist also individuell und hängt auch vom Alter ab.
| 36,5 – 37,5 °C | normale Körpertemperatur |
| 37,5 – 38,0 °C | erhöhte Temperatur |
| 38,0 – 39,0 °C | mäßiges Fieber |
| 39,0 – 40,0 °C | hohes Fieber |
| > 40,0 °C | sehr hohes Fieber |
Um sicher zu sein, wie hoch das Fieber ist, sollten Sie die Temperatur zuverlässig messen. Am genauesten ist das rektale Messen (im Po) – besonders bei Kindern unter drei Jahren.
Weitere Möglichkeiten:
- Ohrthermometer: schnell, aber abhängig von der richtigen Technik.
- Stirnthermometer: kontaktlos, aber oft ungenau.
- Achselmessung: einfach, aber wenig zuverlässig.
Tipp: Messen Sie bei Unsicherheit lieber zweimal – und notieren Sie die Werte, um die Entwicklung besser beobachten zu können.
Was hilft bei Fieber – und wann zum Arzt?
Nicht jedes Fieber muss sofort gesenkt werden. Wichtig ist vor allem, dass sich das Kind wohlfühlt und ausreichend trinkt. Wasser, ungesüßter Tee oder verdünnter Saft helfen, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
Diese Maßnahmen können helfen:
- Ruhe und Schlaf: Der Körper braucht jetzt Energie zur Abwehr.
- Wadenwickel: nur bei warmen Beinen und über 39 °C – nicht bei Schüttelfrost!
- Fiebersaft oder Zäpfchen: nur nach Rücksprache mit Arzt oder Apotheke, altersgerecht dosieren.
Wadenwickel sind immer noch ein bewährtes Hausmittel. Wenn sich das Fieber damit und mit Medikamenten nicht unter 39 °C senken lässt, sollten Sie mit dem Kind auf jeden Fall so bald wie möglich einen Arzt aufsuchen. Das gilt auch bei Fieberkrämpfen, Durchfall und Erbrechen, Schmerzen im Bauch oder den Ohren, Hautausschlag usw.
Während eines Fieberschubes sollten Kinder viel trinken, am besten Wasser oder Tee. Dies beugt einer Austrocknung des Körpers vor.
Da bei plötzlichem hohem Fieber am Wochenende oder im Urlaub oft kein Arzt auf die Schnelle erreichbar ist, sollte man für den Notfall immer ein Schmerz- und Fiebermittel für Kinder in der Hausapotheke vorhalten bzw. auf Reisen dabei haben. Tabletten nehmen Kinder nicht so gerne ein, deshalb gibt es kindgerechte Medikamente meistens zur Darreichung als Saft oder Zäpfchen. Lassen Sie sich am besten beim Kinderarzt oder in der Apotheke beraten.




