Für Kinder sparen: So bauen Eltern ein finanzielles Polster auf

Heute sind es vielleicht neue Fußballschuhe oder ein Fahrrad. Später stehen Führerschein, Ausbildung, Auslandsaufenthalt oder die erste eigene Wohnung auf der Wunschliste. Manche dieser Ausgaben lassen sich leichter stemmen, wenn über mehrere Jahre Geld dafür zurückgelegt wurde. Wer für Kinder sparen möchte, braucht dafür nicht zwingend eine große monatliche Summe. Wichtiger sind ein realistisches Sparziel, ein passender Zeitraum und eine Anlageform, deren Risiko zur Familie passt.

Erst das Sparziel festlegen, dann die Anlage auswählen

Bevor Geld auf ein Konto oder in einen Sparplan fließt, lohnt sich eine einfache Frage: Wann soll das Kind das Geld voraussichtlich benötigen?

Für den Führerschein in drei Jahren gelten andere Voraussetzungen als für ein finanzielles Polster, das erst zum 18. Geburtstag gebraucht wird. Je kürzer der Zeitraum, desto wichtiger ist es meist, dass das Geld zuverlässig verfügbar bleibt.

Auch der Zweck spielt eine Rolle. Soll das Ersparte ausschließlich dem Kind gehören? Oder möchten die Eltern später selbst entscheiden, ob damit beispielsweise ein Auslandsjahr, ein Studium oder die erste Wohnung unterstützt wird?

Eine feste Zielsumme ist dabei kein Muss. Auch ein monatlicher Betrag, der dauerhaft in das Familienbudget passt, kann über viele Jahre ein Polster aufbauen.

Für Kinder sparen: So bauen Eltern ein finanzielles Polster auf

Welche Sparform passt zu welchem Zeitraum?

Eine einzige Geldanlage, die für jede Familie und jedes Sparziel passt, gibt es nicht. Sicherheit, Renditechancen und Verfügbarkeit stehen häufig in einem Spannungsverhältnis.

SparformGeeignet fürVerfügbarkeitWas zu beachten ist
Tagesgeldkurz- bis mittelfristige Zielemeist jederzeitZinsen können sich verändern
Festgeldplanbare Ziele mit festem Terminwährend der Laufzeit meist eingeschränktLaufzeit und Zinssatz vorher festgelegt
Breit gestreuter ETF-Sparplanlangfristiger VermögensaufbauWertpapiere können verkauft werdenKurse schwanken, Verluste sind möglich
Klassisches Sparkontoeinfaches Ansparen kleiner Beträgeabhängig vom KontomodellVerzinsung und Bedingungen vergleichen

Wer das Geld in wenigen Jahren sicher benötigt, sollte starke Kursschwankungen vermeiden. Für lange Zeiträume können Wertpapieranlagen interessanter werden, weil zwischenzeitliche Kursverluste mehr Zeit haben, sich wieder auszugleichen. Eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht.

ETF-Sparplan für Kinder: Warum der lange Zeitraum wichtig ist

Bei einem ETF wird das Geld in viele Wertpapiere gleichzeitig investiert. Ein breit gestreuter Aktien-ETF kann beispielsweise Unternehmen aus zahlreichen Ländern und Branchen enthalten. Dadurch hängt die Entwicklung nicht nur von einer einzelnen Firma ab.

Trotzdem schwankt der Wert. In schwachen Börsenphasen kann ein Depot zeitweise deutlich weniger wert sein als zuvor. Deshalb eignet sich eine solche Anlage eher für Geld, das über einen langen Zeitraum nicht benötigt wird.

Ein Sparplan hat den Vorteil, dass regelmäßig ein festgelegter Betrag investiert werden kann. Die Rate lässt sich je nach Angebot häufig ändern oder pausieren. Eltern sollten nur Geld investieren, auf das die Familie im Alltag verzichten kann.

Je länger das Geld angelegt bleibt, desto stärker kann außerdem der Zinseszinseffekt wirken: Bereits erzielte Erträge können wiederum neue Erträge erwirtschaften.

Auf den Namen des Kindes oder der Eltern sparen?

Diese Entscheidung hat größere Folgen als die Wahl zwischen zwei Kontomodellen.

Läuft ein Konto oder Depot auf den Namen des Kindes, gehört das dort angelegte Vermögen dem Kind. Die Eltern verwalten es während der Minderjährigkeit. Mit Eintritt der Volljährigkeit kann das Kind grundsätzlich selbst über sein Vermögen verfügen.

Das kann gewollt sein. Wer beispielsweise Geldgeschenke eindeutig für das Kind zurücklegen möchte, schafft damit eine klare Trennung vom eigenen Vermögen.

Eltern können stattdessen auch in ihrem eigenen Namen für das Kind sparen. Das Geld bleibt dann ihr Vermögen. Sie entscheiden später selbst, wann und für welchen Zweck sie es weitergeben.

Auch steuerliche Fragen und mögliche Auswirkungen eigenen Vermögens des Kindes können sich unterscheiden. Bei größeren Beträgen ist es deshalb sinnvoll, die jeweils aktuellen Regelungen zu prüfen, bevor ein Konto oder Depot eingerichtet wird.

So starten Eltern mit dem Sparen für Kinder

Es braucht keinen komplizierten Finanzplan. Ein einfacher Ablauf hilft, die wichtigsten Entscheidungen in der richtigen Reihenfolge zu treffen.

1. Zweck bestimmen

Überlegen Sie, wofür das Geld ungefähr gedacht ist. Ein konkretes Ziel macht die Auswahl der Sparform leichter.

2. Zeitraum einschätzen

Liegt das Ziel zwei Jahre oder noch 15 Jahre entfernt? Je länger der Zeitraum, desto eher können auch Anlagen mit Kursschwankungen infrage kommen.

3. Monatliche Rate realistisch wählen

50 Euro, 25 Euro oder ein kleinerer Betrag: Entscheidend ist, dass die Sparrate zum Familienbudget passt. Eine hohe Rate hilft wenig, wenn sie nach wenigen Monaten wieder aufgegeben werden muss.

4. Kontoinhaber bewusst festlegen

Entscheiden Sie vor der Eröffnung, ob das Vermögen unmittelbar dem Kind gehören oder zunächst bei den Eltern bleiben soll.

5. Sparplan regelmäßig überprüfen

Familienfinanzen verändern sich. Die Rate darf deshalb mitwachsen, sinken oder zeitweise pausieren. Auch einige Jahre vor dem geplanten Auszahlungstermin kann eine erneute Prüfung sinnvoll sein.

Kleine Beträge können über viele Jahre wachsen

Wer monatlich 25 oder 50 Euro zurücklegt, empfindet die Summe zunächst vielleicht als überschaubar. Über zehn oder 18 Jahre kommen allein durch die Einzahlungen jedoch bereits mehrere Tausend Euro zusammen.

Wie hoch das Vermögen am Ende tatsächlich ausfällt, hängt von Sparrate, Zeitraum, Kosten, Zinsen beziehungsweise Wertentwicklung und der gewählten Anlage ab. Bei Wertpapieren lässt sich die spätere Summe nicht zuverlässig vorhersagen.

Deshalb sind Beispielrechnungen mit hohen Renditen mit Vorsicht zu betrachten. Sie können mögliche Entwicklungen verdeutlichen, sind aber keine Zusage für das spätere Ergebnis.

Geldgeschenke zu Geburtstag, Einschulung oder anderen Anlässen können zusätzlich in die Rücklage fließen. So muss nicht das gesamte Sparziel aus dem monatlichen Haushaltsbudget finanziert werden.

Das Familienbudget sollte trotzdem Luft behalten

Für die Zukunft des Kindes zu sparen ist sinnvoll, sollte aber nicht dazu führen, dass bei jeder ungeplanten Ausgabe das Geld fehlt. Eine kaputte Waschmaschine oder eine größere Autoreparatur wartet schließlich nicht bis zum Ende eines Sparplans.

Bevor größere Beträge langfristig gebunden oder investiert werden, sollte deshalb genug frei verfügbares Geld für unerwartete Ausgaben vorhanden sein.

Auch eine kleine Sparrate ist völlig in Ordnung. Wer für Kinder spart, muss nicht möglichst schnell eine bestimmte Summe erreichen. Entscheidend ist, dass die Lösung zur finanziellen Situation der Familie und zum geplanten Verwendungszeitpunkt passt.

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