Buntstifte, Radiergummi, Kleber, Malkasten und Federmäppchen gehören für Schulkinder zum Alltag. Die Materialien werden täglich angefasst, landen auf dem Schreibtisch und bei jüngeren Kindern manchmal auch im Mund. Umso wichtiger ist es, beim Kauf von Schulbedarf auf sichere und möglichst schadstoffarme Produkte zu achten.
Teure Markenprodukte sind dabei nicht automatisch die bessere Wahl. Eltern können jedoch anhand einiger Merkmale erkennen, welche Schulmaterialien für Kinder geeignet sind und bei welchen Produkten sich ein genauerer Blick lohnt.
Welche Schadstoffe können in Schulmaterialien stecken?
Schulbedarf besteht aus ganz unterschiedlichen Materialien: Holz, Kunststoff, Gummi, Metall, Farben, Lacke und Klebstoffe kommen zum Einsatz. Je nach Produkt können deshalb verschiedene unerwünschte Stoffe eine Rolle spielen.
Dazu zählen beispielsweise bestimmte Weichmacher, Lösungsmittel, Konservierungsstoffe oder Schwermetalle. Welche Stoffe relevant sind, hängt stark vom jeweiligen Produkt ab.
Innerhalb der Europäischen Union gelten gesetzliche Vorgaben für die Sicherheit von Verbraucherprodukten. Trotzdem ist es sinnvoll, beim Einkauf genau hinzusehen. Das gilt besonders für Produkte, mit denen Kinder täglich und über einen längeren Zeitraum Kontakt haben.

Schulbedarf kaufen: Diese Kriterien helfen bei der Auswahl
Eine einfache Regel wie „teuer ist gut“ oder „Naturmaterial ist immer besser“ gibt es nicht. Einige praktische Kriterien erleichtern Eltern aber die Auswahl.
1. Auf vollständige Produktangaben achten
Bei Schulmaterialien sollte klar erkennbar sein, wer das Produkt hergestellt oder in Verkehr gebracht hat. Auch Warnhinweise, Altersangaben und Hinweise zur Verwendung sollten vorhanden und verständlich sein.
Bei Produkten ohne nachvollziehbare Kennzeichnung oder mit sehr dürftigen Angaben ist Zurückhaltung sinnvoll.
2. Unnötig stark parfümierte Produkte vermeiden
Radiergummis, Stifte und andere Schulartikel werden teilweise mit Duftstoffen angeboten. Erdbeerduft, Vanillearoma oder andere intensive Gerüche machen die Produkte für Kinder interessant, bieten für den Schulalltag aber keinen praktischen Vorteil.
Gerade jüngere Kinder können durch den Duft außerdem dazu verleitet werden, einen Gegenstand in den Mund zu nehmen. Ein neutraler, funktionaler Schulartikel ist daher häufig die bessere Wahl.
Ein auffälliger Geruch allein beweist allerdings nicht, dass ein Produkt gesundheitsschädlich ist. Ebenso lässt sich aus einem geruchlosen Produkt nicht automatisch auf Schadstofffreiheit schließen.
3. Weniger Kunststoff kann sinnvoll sein
Viele Schulartikel bestehen zumindest teilweise aus Kunststoff. Das ist nicht grundsätzlich problematisch. Eltern können dennoch überlegen, wo Kunststoff überhaupt notwendig ist.
Ein einfaches Holzlineal, unlackierte Buntstifte oder ein robustes Federmäppchen aus Textil können beispielsweise Alternativen zu stark beschichteten oder sehr weichen Kunststoffprodukten sein.
Entscheidend ist nicht allein das Material, sondern auch dessen Verarbeitung und Zusammensetzung.
Buntstifte: Besonders bei jüngeren Kindern genau hinschauen
Buntstifte gehören zu den am häufigsten verwendeten Schulmaterialien. Vor allem Erstklässler nehmen einen Stift beim Nachdenken schon einmal in den Mund oder kauen auf seinem Ende.
Eltern sollten Kindern deshalb früh erklären, dass Stifte nicht zum Kauen gedacht sind. Gleichzeitig empfiehlt es sich, Produkte zu wählen, die ausdrücklich für Kinder vorgesehen und entsprechend gekennzeichnet sind.
Praktisch sind stabile Stifte, deren Mine beim Herunterfallen nicht ständig bricht. Eine gute Verarbeitung ist nicht nur eine Frage der Haltbarkeit: Splitterndes Holz oder schlecht sitzende Minen erschweren Kindern das Schreiben und Malen.
Bei jüngeren Kindern können unlackierte Buntstifte eine einfache Alternative sein, wenn auf zusätzliche Beschichtungen verzichtet werden soll.

Filzstifte und Fasermaler: Wasserlösliche Produkte bevorzugen
Filzstifte gibt es mit unterschiedlichen Tinten. Für den normalen Schulgebrauch reichen in der Regel wasserbasierte und auswaschbare Farben.
Permanentmarker und andere Stifte mit speziellen Tinten gehören dagegen nicht ohne Weiteres in die Federtasche eines Grundschulkindes. Werden solche Produkte für bestimmte Aufgaben benötigt, sollten sie entsprechend ihrer Gebrauchshinweise verwendet werden.
Auch bei Filzstiften gilt: Deckel gehören nach der Benutzung wieder auf den Stift. Das verhindert nicht nur das Austrocknen, sondern reduziert auch den unnötigen Kontakt mit der Tinte.
Radiergummis: Schlicht statt weich, bunt und duftend
Radiergummis gibt es als Tiere, Lebensmittel, Spielfiguren oder stark duftende Fantasieprodukte. Für den Unterricht ist das alles nicht notwendig.
Ein einfacher Radiergummi erfüllt seinen Zweck ebenso gut. Eltern können Produkte bevorzugen, die möglichst wenige zusätzliche Duft-, Farb- und Dekorationselemente besitzen.
Die pauschale Annahme, Radiergummis aus Naturkautschuk seien grundsätzlich schadstofffrei und Kunststoffradierer grundsätzlich problematisch, greift dagegen zu kurz. Auch bei Naturmaterialien kommt es auf die Zusammensetzung und Verarbeitung des fertigen Produkts an.
Klebstoff für die Schule: Lösungsmittelfrei reicht meist aus
In der Grundschule wird regelmäßig geklebt. Für Papier, Pappe und typische Bastelarbeiten sind einfache Klebestifte oder Flüssigkleber auf Wasserbasis normalerweise ausreichend.
Eltern sollten darauf achten, dass der Kleber für Kinder beziehungsweise für den vorgesehenen Einsatz geeignet ist. Produkte mit organischen Lösungsmitteln sind für gewöhnliche Bastelarbeiten in der Schule meist nicht erforderlich.
Auch Klebstoff sollte nicht in den Mund gelangen. Nach dem Basteln ist Händewaschen vor dem Essen eine einfache und sinnvolle Gewohnheit.
Wasserfarben und Malkästen
Beim Malen kommen Kinder zwangsläufig mit Farbe in Kontakt. Sie bekommen Farbe an die Finger, tauchen den Pinsel tief in den Farbkasten und greifen anschließend vielleicht zum Pausenbrot.
Deshalb sollten Eltern Malkästen kaufen, die ausdrücklich für Kinder und den Schulgebrauch vorgesehen sind. Produkte mit klaren Herstellerangaben und verständlichen Hinweisen sind unbekannter Ware ohne ausreichende Kennzeichnung vorzuziehen.
Auch hier ist die richtige Nutzung wichtig: Pinsel gehören nicht in den Mund und Hände sollten nach dem Malen gewaschen werden.

Federmäppchen lieber sinnvoll als möglichst umfangreich bestücken
Große, fertig bestückte Federmäppchen wirken zunächst praktisch. Oft enthalten sie jedoch zahlreiche Stifte und Zubehörteile, die ein Kind im Unterricht gar nicht benötigt.
Sinnvoller kann es sein, das Mäppchen nach der Materialliste der Schule selbst zusammenzustellen. So können Eltern jedes Produkt gezielt auswählen und vermeiden gleichzeitig unnötige Anschaffungen.
Für den Anfang reichen häufig wenige, dafür regelmäßig genutzte Materialien. Was tatsächlich benötigt wird, hängt von Schule und Klassenstufe ab.
Vorsicht bei besonders billigem Schulbedarf aus unbekannter Herkunft
Der Preis allein sagt wenig über die Sicherheit eines Produkts aus. Günstiger Schulbedarf kann ebenso geeignet sein wie ein teures Markenprodukt.
Problematischer sind Produkte, bei denen wesentliche Angaben fehlen oder deren Herkunft kaum nachvollziehbar ist. Das kann insbesondere bei extrem günstigen Angeboten über Online-Marktplätze eine Rolle spielen.
Eltern sollten deshalb nicht nur auf den Preis und das Aussehen achten. Eine nachvollziehbare Kennzeichnung, verständliche Produktinformationen und ein klar erkennbarer Anbieter sind wichtigere Kriterien.
Checkliste: Schadstoffarmen Schulbedarf auswählen
Beim Einkauf müssen Eltern nicht jedes Produkt einer umfangreichen Prüfung unterziehen. Einige Grundregeln reichen für den Alltag:
- Schulmaterialien gezielt nach der Bedarfsliste kaufen.
- Produkte mit nachvollziehbaren Hersteller- und Produktangaben bevorzugen.
- Warnhinweise und Altersangaben beachten.
- Auf stark parfümierte oder unnötig aromatisierte Artikel verzichten.
- Für Kinder geeignete Farben, Stifte und Klebstoffe auswählen.
- Für einfache Bastelarbeiten wasserbasierte beziehungsweise lösungsmittelfreie Produkte bevorzugen.
- Unnötig weiche, stark beschichtete oder dekorierte Kunststoffartikel kritisch betrachten.
- Bei jüngeren Kindern darauf achten, dass Stifte und Radiergummis nicht in den Mund genommen werden.
- Schulmaterial regelmäßig kontrollieren und beschädigte Artikel austauschen.
Bei Schulbedarf zählen einfache Produkte und klare Angaben
Ein vollständig schadstofffreier Schulranzen lässt sich nicht anhand von Farbe, Preis oder Material erkennen. Eltern müssen deshalb aber auch nicht jeden Buntstift oder Radiergummi mit Sorge betrachten.
Für den Schulalltag sind einfache, gut verarbeitete und eindeutig gekennzeichnete Schulmaterialien meist die sinnvollste Wahl. Stark duftende Artikel, unnötige Beschichtungen und Produkte mit unklarer Herkunft bringen Kindern dagegen keinen zusätzlichen Nutzen.
Wer das Federmäppchen anhand der tatsächlichen Materialliste zusammenstellt und bei Stiften, Farben, Kleber und Radiergummi auf geeignete Produkte achtet, vermeidet zugleich unnötige Anschaffungen und kann die mögliche Schadstoffbelastung reduzieren.







